Die Bienenhaltung ist eine faszinierende Angelegenheit. Das wissen wir Imker. Einmal begonnen, lässt sie uns vielfach ein Leben lang nicht mehr los. Auch der Imkerkreisverband St. Wendel verzeichnet seit Jahren ein steigendes Interesse an der Imkerei. Da das Halten von Bienen jedoch mit einer hohen Verantwortung verbunden ist, sind Tipps und Tricks aus dem Internet für Einsteiger nicht ausreichend. Wir legen deshalb jedem Interessierten eine fundierte Ausbildung ans Herz, damit die Bienen gesund bleiben und Neuimker auch bei evtl. auftretenden Schwierigkeiten richtig reagieren können. Bereits seit nunmehr 15 Jahren bietet der Imkerkreisverband St. Wendel deshalb jedes Jahr einen Neu- bzw. Jungimkerkurs an.

Die Aktion „Imkern auf Probe

Die selbstständige imkerliche Tätigkeit der Neueinsteiger und der durch die fachliche Begleitung garantierte Erfolg sind die Grundgedanken der Aktion „Imkern auf Probe“. Sie wurde erstmals von uns 2005 umgesetzt. In einer ersten Infoveranstaltung wird der gesamte Ablauf des Lehrgangs vorgestellt. Man mietet, ohne irgendeine Verpflichtung eingehen zu müssen, für ein „Bienenjahr“ ein Bienenvolk und kann damit praktische Erfahrung im Umgang mit den Bienen machen, selbstverständlich unter fachlicher Anleitung von erfahrenen Imkern. Dieses Angebot ist ganz bewusst für die Teilnehmer nicht kostenlos, denn „was nichts kostet, ist (nach landläufiger Meinung) auch nichts wert“. Der Mietpreis, welcher schon allein durch eine durchschnittliche Honigernte wieder aufgewogen wird, entspricht dem Wert eines überwinterten Bienenvolkes.

Schritt für Schritt

Bei den ersten Terminen steht die Vermittlung von Grundwissen rund um die Bienenhaltung im Vordergrund. Später ergibt sich das jeweilige Thema aus dem Entwicklungsstand der Bienenvölker. Die Futterkontrolle, das Honigraumgeben, die Schwarmzeit, die Honigernte und die Jungvolkbildung und was dabei zu beachten ist, sind die wichtigsten Themen. Mit der Spätsommerpflege, Einwinterung und der ersten Varroabekämpfung neigt sich das Probejahr bereits dem Ende zu. Bis dahin haben Sie 12 – 14 Treffen absolviert und viel im Umgang mit den Bienen gelernt. Nebenbei haben Sie auch erfahren, welche Anschaffungen zu tätigen sind, welche Beuten sich am besten eignen und was bei der Wahl eines geeigneten Aufstellplatzes zu beachten ist. Eine sehr interessante Tätigkeit – übrigens auch für Frauen.

Der Ablauf

– Der Lehrgang beginnt im Oktober und endet im Juli des Folgejahres beim OV Liebenburg und OV Ostertal bzw. vom Februar bis September beim OV Nonnweiler.
– Alle gemieteten Völker werden in nagelneue Beuten umlogiert und stehen an einem zentralen Aufstellplatz auf den Lehrbienenstanden.
– Die Ausbildung erfolgt durch erfahrene Imker in Theorie und Praxis im Rahmen eines seit inzwischen 15 Jahren bewährten und ständig angepassten Konzeptes.
– Zur Bearbeitung werden gemeinsam jeweils die Termine festgelegt. Diese richten sich nach dem Entwicklungsstand der Bienenvölker und sich daraus ergebenden Notwendigkeiten.
– Jeder Probeimker bearbeitet sein Bienenvolk unter Anleitung und Aufsicht eines erfahrenen Imkers weitgehend selbst.
– Auch die Honigernte erfolgt gemeinsam.
– Am Ende des Lehrgangs entscheidet der Teilnehmer selbst, ob er sein Bienenvolk mitnimmt. Nun zeigt sich, ob der berühmte Funke – wie erhofft – auf die Probeimker übergesprungen ist und sie mit der Bienenhaltung weiter machen wollen.
– Wenn nein, dann bleiben das gemietete Volk und die Ausrüstung beim Verein. Eine Rückerstattung des Mietpreises erfolgt nicht.

Der Zuspruch und der bisherige Erfolg des „Probeimkerns“ sind enorm und übertreffen die Erwartungen.


Förderung durch den Landkreis St. Wendel

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht für Jungimker die Möglichkeit, dass die Anschaffung der Grundausstattung durch den Landkreis St. Wendel bezuschusst wird.
Weitere Informationen zum Download:

  Jungimkerförderung - Richtlinie und Antrag (34,0 KiB, 1.462 hits)